Thursday, August 6, 2026

Incantation Tour 2027 - Nordjevel, Svarttjern, Malphas, Unviâr

 INCANTATION TOUR 2027


Nach langem Rätseln, Warten und Spekulieren haben die vier Bands heute die Katze aus dem Sack gelassen: Die INCANTATION TOUR 2027 ist offiziell bestätigt!

Allen Black Metal Enthusiasten dürfte hierbei sofort die Kinnlade herunterklappen. Was uns hier serviert wird, ist schließlich keine belanglose Nebenbei-Tournee, die man mal mitnimmt, wenn das Wochenende leer ist. Mit NORDJEVEL, SVARTTJERN, MALPHAS und UNVIÂR zieht im Frühjahr 2027 ein gewaltiges Donnern durch Europa.


NORDJEVEL


Nordjevel ist eine norwegische Black Metal Band, die 2015 von Sänger Doedsadmiral und Gitarrist Nord ins Leben gerufen wurde. Kurze Zeit später stieß Bassist DezeptiCunt (ex-Ragnarok) hinzu. Für das selbstbetitelte Debütalbum Nordjevel (2016) holte sich das Trio Fredrik Widigs (ex-Marduk) als Session-Drummer im Studio dazu. Mit dem Einstieg von extrem versierten Musikern wie Schlagzeuger Dominator (ex-Dark Funeral) und Gitarrist Destructhor (ex-Morbid Angel, Myrkskog) entwickelte sich Nordjevel von einem Studioprojekt zu einer extrem durchschlagskräftigen Live- und Album-Formation.

Musikalisch verbinden Nordjevel die frostige Aggression der zweiten norwegischen Black Metal Welle mit technischer Präzision, hämmernden Blastbeats und einer wuchtigen, modernen Produktion.

Nach dem Debüt folgten die EP "Krigsmakt" (2017) und das zweite Album "Necrogenesis" (2019), auf dem die Band ihren Sound spürbar technischer gestaltete. Über die EP "Fenriir" (2021) führte der Weg schließlich zum 2022er Album "Gnavhòl", das von Fans und Presse oft als ihr bisheriger Höhepunkt gefeiert wird: abwechslungsreich, düster und vollkommen unbarmherzig!

Durch weltweite Auftritte auf Festivals wie dem Wacken Open Air, Hellfest, Bloodstock Open Air oder dem Maryland Deathfest haben sich Nordjevel als eine der verlässlichen Größen im modernen Extreme Metal etabliert.

SVARTTJERN


Ein Blick auf die Diskografie verrät sofort, wo die Reise hingeht. Wo andere Bands mit der Zeit weicher werden oder sich in endlosen Streicher-Arrangements verlieren, hämmern die Osloer seit 2003 ein Brett nach dem anderen raus. HansFyrste und sein Bruder HaaN haben von Anfang an einen Ton angeschlagen, der ordentlich Dreck am Stecken hat. Da trifft die alte norwegische Schule frontal auf die rotzige Kante von Thrash und Punk!

Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Alben. Schon auf „Misanthropic Path of Madness“ und „Towards The Ultimate“ war klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. „Ultimatum Necrophilia“ und „Shame Is Just a Word“ haben diesen Faden konsequent weitergesponnen, bis sie mit „Draw Blood“ schließlich nachgelegt haben. Da wird nichts schöngezeichnet, da gibt es keine Atempause. Ihre provokante Show fasziniert noch heute die Szene!

Dass die Jungs ihr Handwerk verstehen, kommt nicht von ungefähr. HansFyrste hat jahrelang den Mikrofondienst bei den Urgesteinen von Ragnarok geschoben und dort Spuren hinterlassen, während Bassist „Malphas“ und Gitarrist „Audun“ (Erik Sæther) unter anderem bei Carpathian Forest und Urgehal ihre Muskeln spielen ließen. Wie gut dieses Zusammenspiel greift, konnte man 2024 beobachten, als sie zusammen mit Malphas (der Band...) und Three Eyes of the Void unterwegs waren und die Clubs ohne Umwege zerlegt haben!

MALPHAS


Malphas ist längst keine Band mehr, die nur dem Schweizer Untergrund ein Begriff ist. Vor gut zwölf Jahren fanden sich drei Köpfe zusammen, um tiefe Spuren in der Black Metal Landschaft zu ziehen. Bereits im April 2015 erschien ihre erste EP "Occult Propaganda", damals noch mit BW am Bass. Der erste richtige Meilenstein folgte jedoch mit dem Debüt "Incantation", ein Werk, das mit seinen sieben charakteristischen Tracks bis heute nachhallt und dem die kommende Tour ihren Namen verdankt.

Mit "Divinity’s Fall" lieferten sie 2022 ein Album ab, das rohe Intensität mit einer erdrückenden emotionalen Tiefe verbindet. Es markiert zugleich den ersten offiziellen Einstand von Drummer J., dessen unverkennbares Schlagzeugspiel das Klangbild von der ersten Sekunde an prägt. Die folgenden Jahre brachten personelle Wandel mit sich, die das heutige Gefüge formten: Näbugring (Chotzä, Taubrą, ex-Chimæra) übernahm den Bass, G. komplettierte die Saitenfront. In genau dieser Besetzung, zusammen mit J., Xezbeth und Ravendust, werden sie auch die Bühnen der kommenden Tour zerlegen.

Obwohl Malphas einige Besetzungswechsel hinter sich haben und sich ihr Stil vom recht rohen Ursprung hin zu einem präzisen, von schwedischer Melodik durchzogenen Black Metal entwickelt hat, bleibt die DNA unverändert. Jedes ihrer drei Alben besitzt seine eigene Geschichte und Härte, doch der Griff zurück zum Debüt zeigt uns, wie zeitlos das Fundament dieser Band von Anfang an war.

UNVIÂR


Es hat fast etwas Magisches, diesen Namen hier niederzuschreiben und die Band in dieser Tour zu begrüssen. Lange Zeit schien es kaum vorstellbar, sie überhaupt jemals live zu erleben und mit dieser Tour steht nun schon das dritte Wiedersehen bevor. Die Kunst von Unviâr in Worte zu fassen, ist ein schier unglückliches Unterfangen. Ihre Musik besitzt eine so tief greifende, atmosphärische Schwere, dass bloße Beschreibungen kaum ausreichen.

Wer im Atmospheric Doom und Death Metal bewandert ist, dürfte mit dem Namen "Gates Of Doom" vertraut sein. Aus den Trümmern genau dieser Formation, die über ein Jahrzehnt lang die Szene prägte, erwuchs schließlich Unviâr.

Die Norditaliener tragen die raue Natur und die Geschichten ihrer friulanischen Heimat direkt in ihren Sound. Bereits ihre Debüt-EP "Faliscjis" aus dem Jahr 2023 hinterließ tiefe Spuren: Zwei monolithische Tracks, die an die 20-Minuten Marke hämmerten und eine gewaltige, schwere Ästhetik entfalten. Im Herbst 2025 folgte mit "Disglaç" schließlich das lang erwartete Debütalbum. Die fünf Kapitel führen direkt in frostige, unberührte Landschaften und lassen den Hörer in die dunklen Mythen ihrer Heimat eintauchen.


Wer sich diese Tour entgehen lässt, verpasst eines der Highlights des Jahres. Tickets ab sofort überall erhältlich - greift zu, bevor die Buden voll sind!

Incantation tour 2027

Tour Dates & Venues

24.03.2027 Warsaw, Poland Voodoo Club
25.03.2027 Krakow, Poland Klub Zascianek
26.03.2027 Berlin, Germany Musikbrauerei
27.03.2027 To Be Announced
28.03.2027 Bochum, Germany Matrix
29.03.2027 Namur, Belgium Belvedere
30.03.2027 London, United Kingdom Underworld
31.03.2027 Haarlem, Netherlands Patronaat
01.04.2027 Hamburg, Germany Bambi Galore
02.04.2027 Lichtenfels, Germany Ragnaräk Festival
03.04.2027 Luzern, Switzerland Südpol
04.04.2027 Colmar, France Le Grillen
NORDJEVEL | SVARTTJERN | MALPHAS | UNVIÂR

Saturday, August 1, 2026

MODERN RITES: Eine phänomenologische Rezeption

 MODERN RITES: Eine phänomenologische Rezeption 


Wir verfallen im Umgang mit Kunst nur zu leicht einer bequemen Anmaßung: Wir glauben zu wissen, wie ein Genre zu klingen hat, verwechseln persönliche Sehnsüchte mit ästhetischer Wahrheit und pressen das Schaffen eines Musikers in die Enge unserer eigenen Erwartungshorizonte. Doch das eigentliche Wunder des Hörens liegt nicht im Bestätigen von Schemata, sondern im Zerbrechen dieser geistigen Erstarrung.

Es grenzt an eine Offenbarung, einer scheinbar vertrauten Band erneut zu begegnen und festzustellen, dass nicht die Musik geschwiegen hatte, sondern die eigene Wahrnehmung taub war – zumindest zu jenem Zeitpunkt. Modern Rites haben mir genau diese Einsicht abgefordert. Das erneute Einlassen auf ihr Werk glich keiner bloßen Erinnerung, keinem flüchtigen Auszug aus einer gewöhnlichen Wiedergabeliste, denn es fühlte sich an wie eine Erstbegegnung - ein Freilegen verschütteter emotionaler Schichten, als hätte das Gehör erst jetzt gelernt, die Nuancen ihrer Existenz wahrhaftig zu dechiffrieren.





Um die Tragweite dieser wiederentdeckten Faszination zu begreifen, bedarf es eines Blicks auf das Fundament, auf dem dieses Klangkonstrukt ruht. Denn was sich im Gehör entfaltet, ist das Resultat einer zielgerichteten, grenzüberschreitenden Symbiose. (Ich lag tatsächlich auf dem kühlen Boden, als ich MODERN RITES' Diskographie durch mich wandern liess)

Frequenzlandschaften aus Dystopie und Sakralität


MODERN RITES ist die Synthese zweier autarker ästhetischer Welten, formiert im Herbst 2020 von Berg, dem klanglichen Architekten der Schweizer Formationskunst AARA, und Jonny Warren, dem Multiinstrumentalisten, Vokalisten und visuellen Gestalter der US-amerikanischen Experimental-Band KUYASHII. Das Duo manifestiert ein Klanggebilde, das die Dystopie des Industrial mit den melodischen Abgründen des Black Metal verschmilzt.

Entsprungen aus dem Geist kühner Experimentierfreude und getragen von gegenseitiger künstlerischer Ehrerbietung, wuchs über geografische Distanzen hinweg ein Werk, das kulturelle Barrieren mühelos transzendiert. 


Anatomie jener Spiegelbilder


Inhaltlich widmet sich das Projekt den existenziellen Dissonanzen der conditio humana. Die Lyrik vollzieht einen schonungslosen Abstieg in die Topografie der Psyche, sezierende Isolation, innere Verwerfungen und die stetige Metamorphose des eigenen Schatten-Ichs.

Aufbauend auf dem hochgelobten Erstlingswerk erhebt das Album „Endless“ die künstlerische Vision des Duos auf ein vollendetes Niveau. In einem stetigen Ebben und Fluten zwischen Beklemmung und furioser Zuversicht formt das Werk eine hymnenhafte, unbarmherzige Anatomie des menschlichen Daseins.

Katharsis...


Endless“ ist für mich ganz klar eine Reifung des Projekts. MODERN RITES forderten von mir schlichtweg mehr als nur das einsame Dasitzen und Nebenbeihören, es zwang mich dazu, mich zu erden und die Kompositionen zu studieren. Wer bereit ist, seine eigenen Hörerwartungen zu opfern, wird in dieser Dystopie eine unerwartete, läuternde Schönheit finden. 


Incantation Tour 2027 - Nordjevel, Svarttjern, Malphas, Unviâr

 INCANTATION TOUR 2027 Nach langem Rätseln, Warten und Spekulieren haben die vier Bands heute die Katze aus dem Sack gelassen: Die INCANTATI...